Dienstag, 1. August 2006

Beinkrafttraining - das bestes Präventionstraining!

Quizfrage: Welches ist die beste Präventionsmaßnahme?
1. Rückentraining
2. Ausdauertraining, oder
3. Krafttraining für die Beine
Wenn diese Frage zehn Mitmenschen gestellt wird, werden wahrscheinlich allesamt zunächst auf das Ausdauer-, dann auf das Rückentraining tippen. Klar: ist gelernt. Doch richtig ist das nicht!

Sehen wir uns den menschlichen Körper bzw. dessen Versorgungsnetzwerk, die Blutbahnen, etwas genauer an. 100.000 Km(!) Blutgefäße inklusive feinster Kapillare (das sind die feinsten Blutgefäße) schlängeln sich durch dein Organismus. Damit wird jeder Winkel erreicht und mit Sauerstoff bzw. Nährstoffen versorgt. Zudem werden Endprodukte, nennen wir es "Abfall", wieder abtransportiert, um die Region „sauber zu halten“. Der Motor dieses Kreislaufs ist unser Herz. Mit einer unvorstellbaren Arbeitsleistung hält es deinen gesamten Stoffaustausch am Leben. Daher auch der feste Glaube, dass ein Ausdauertraining (welches bei der vorhin genannten Frage ganz klar auf Platz 1 landen würde) der beste Präventionsschutz sei. Gewiss: er treibt in dem Moment der Belastung das Herz an. Und sicher weißt du bereits, dass nur ein regelmäßiger Gebrauch vor einem Abbau der Muskeln, so auch des Herzmuskels, schützt. Gemäß dem Urzeitgesetz: "Use it, or loose it!" (Gebrauche, oder verliere es).

Nun hören wird mal in unser Herz hinein: durch die Schwerkraft fließt das Blut immer Richtung Beine. Hier muss es kraftvoll wieder nach oben gepumpt werden. Diese Arbeit benötigt einen gesunden, kräftigen Herzmuskel. So ergibt sich eine einfache Regel: je kräftiger die Beinmuskeln (und damit ist auch das Muskelvolumen gemeint), desto mehr wird das Herz permanent trainiert! 24 Stunden täglich (natürlich auch mit Phasen der Entspannung, wenn du liegst). Bei einem reinen Ausdauertraining wie z.B. Radfahren, Laufen, Walking und Schwimmen werden die Beine selbstverständlich ebenfalls trainiert. Doch wird der Muskel mit diesen Sportarten wirklich gut aufgebaut? Schau dir einmal einen Marathonläufer als extremes Beispiel an: dessen Organismus kann sich keine größere Muskeln leisten, weil er dieses Gewicht ständig bei den langen Läufen mit sich herumschleppen müsste! Macht er nicht. Da ist er zu faul... oder besser: zu "ökonomisch" für. So wird bei einem solchen Training der Herzmuskel nur während der aktiven Trainingszeit bzw. noch eine Weile danach gefordert. Danach bleiben zwar eine bessere Kapillarisierung (Blutgefäßversorgung) und mehr Mitochondrien, doch der Muskelaufbau lässt zu wünschen übrig. Und damit auch die permanente Anforderung an dein Herz, weil nur bei einem höherem Muskelvolumen mehr Blut in den Beinen "versackt", welches dann wieder kräftig nach oben gepumpt werden muss! Genau das hält den Herzmuskel gesund und kräftig!

Das bedeutet: Wenn die Muskeln mit dem Älter werden bzw. dem sinkenden Muskelanteil immer mehr abbauen, baut auch der Herzmuskel ab. Geschieht dies, wird weniger Blut in die feinsten Blutgefäße, die Kapillaren gepresst. Dadurch findet weniger Stoffaustausch statt, was wiederum eine Reihe von anderen Beschwerden nach sich ziehen wird (z.B. nimmt die Leistung aller anderen Organe ab). Der Verfall geht seinen Weg.

Keinesfalls sollte auf ein Ausdauertraining verzichtet werden. Doch bedenke immer, dass du hier nur für die Zeit der Aktivität wirklich etwas für deinen Lebensmuskel tun. Mit einem Krafttraining für die Beine in Form von z.B. Beinpressen und Kniebeugen, 2x wöchentlich ein paar anstrengende Sätze (Trainer fragen!) schaffst du praktisch ein immerwährendes, sehr sanftes Krafttraining. Perfekt für ein gesundes, kräftiges Herz!

Ach ja... was das Rückentraining zur Prävention betrifft: Starke Beine entlasten den Rücken erheblich. Denn bei schwachen Beinen übernimmt der Rücken den großen Teil bei Hebeleistungen, welche den Bandscheiben gefährlich werden können! Krafttraining für die Beine: eine für alles...alles mit einer!

Stärke deine Beine.

Dein sportliches Gewissen
Patric Heizmann

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