Mittwoch, 30. August 2006

Sind Süßstoffe appetitanregend, machen Süßstoffe dick?

Immer wieder geistern Horrormeldungen durch die Presse. Süßstoffe seien appetitanregend, weil dem Gaumen/der Zunge ein süßer Geschmack vorgespielt wird, worauf die Bauchspeicheldrüse Insulin ausschüttet. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel und sorgt für Heißhungerattacken. Für diese Theorie gibt es bis dato keine bekannten wissenschaftliche Beweise. Eine Studie von J. E. Blundell aus dem Jahre 1988 wird hier zwar immer wieder zitiert, da hier diese Reaktion festgestellt wurde. Doch die Schlussfolgerung basiert auf Vermutungen und nicht auf Beweisen.

In weiteren Studien von Blundell konnten die genannten Effekte nicht bestätigt werden. Auch viele andere in durchgeführte Studien (z.B. Dr. B. Härtel, Dr. habil. H. J. Graubaum, Dr. B. Schneider) teilen diese ursprüngliche Annahmen nicht.

Wenn Erfahrungen mit einer Gewichtszunahme in Verbindung mit Süßstoffen gemacht wurden, dann steht vielmehr die so genannte "Alibi-Funktion" unter Verdacht. Nach dem Motto: "Jetzt habe ich durch Cola Light Zucker eingespart, nun kann ich doch noch den Schokoriegel verdrücken". (Wohl gemerkt: dieser Prozess findet kaum bewusst, sondern meist unterbewusst statt!). Damit ist sehr schnell der Vorteil der Zuckereinsparung wieder verspielt.

Fazit: Durch den Einsatz von Süßstoffen lässt sich erheblich Zucker einsparen. So ersetzt eine Süßstofftablette eine Zuckermenge von ca. 1 Teelöffel, ein Esslöffel voll Süßstoff kann eine Zuckermenge von 100g einsparen. Wenn du Süßes magst und die Gewichtsreduktion verfolgst, dann ist der Einsatz von Süßstoffe empfehlenswert. Süßstoffbezeichnungen mit ihren E-Nummern: Acesulfam (E 950), Aspartam (E 951), Cyclamat (E 952), Saccharin (E 954), Sucralose (E 955), Thaumatin (E 957), Neohesperidin (E 959).

Achtung: Verwechsle Süßstoffe nicht mit Zuckeraustauschstoffen bzw. Zuckeralkoholen. Denn diese verfügen im Gegensatz zu Süßstoffen über einen Brennwert. Dieser liegt bei der Hälfte des Zuckers. Zudem schmecken sie nur halb so süß, was bei unvernünftigem Verzehr auch zur übertriebenen Aufnahme führen könnte. Zuckeraustauschstoffe/-alkohole sind: Fructose, Mannit (E 421), Sorbit (E 420), Isomalt (E 953), Maltit (E 965), Maltitol-Sirup (E 965), Lactit (E 966), Xylit (E 967).

Letztendlich liegt es an dir selbst, ob du dich für oder gegen den Verzehr bzw. Genuss von Süßstoffen entscheidest. Daher mein Tipp: wenn du abnehmen willst und dabei nicht auf Süßes verzichten kannst, dann ist für dich der Griff zu Süßstoffen wahrscheinlich einfacher, als den Zucker komplett weg zu lassen. Generell rate ich aber zu einer Senibilisierung der Geschmacksnerven. Und das ist wie ein Training zu behandeln: schaffe dir zuckerfreie Tage an. Oder reduziere den Zucker im Kaffee Stück für Stück. Und schon bald wirst du ein süßes, schlankes Leben genießen.

Dein sportliches Gewissen
Patric Heizmann

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