Allabendliches Fernsehschauen mit der offenen Tüte Chips. Das gewohnte Feierabendbierchen. Der tägliche 10.30 Uhr Pausensnack. Wir Menschen lieben Gewohnheiten. Und das ist gut so. Sie geben Halt in einem Leben, welches in einem rasanten Tempo an uns vorbeirauscht. Doch mit jedem Tag, an welchem sie sich wiederholen, frisst es sich tiefer und tiefer in dein Unterbewusstsein.
Sagen wir: du programmierst dein Gehirn täglich mit dem gleichen Programm auf`s neue. In Bezug auf "Essprogramme" oft genug mit fatalen Folgen für die Figur und die Gesundheit.
Wenn du den Wunsch hast, dieser "Programmschleife" zu entkommen, dann werden dir die nachfolgenden Tipps helfen, ein neues Essprogramm in deinem Unterbewusstsein zu schreiben.
Eine Gewohnheit ist ein bestimmtes Verhalten (z.B. Bier trinken oder Chips essen), welches durch einen bestimmten Auslöser (Fernsehen) praktisch automatisch in Gang gebracht wird. Stell dir dein Gehirn wie ein riesiges Netzwerk aus Milliarden kleinen Straßen vor. Je öfter eine bestimmte Straße mit einem bestimmten Ziel (z.B. Chips vor dem Fernseher essen) benutzt wir, desto mehr wird diese Straße ausgebaut. Bis hin zur achtspurigen Autobahn. Es wird mit jedem Wiederholen immer einfacher, diese Straße zu benutzen. Ein anderes Verhalten, z.B. ausschließlich nebenbei seinen Hund oder die Katze zu streicheln, läuft dann nebenan über einen Feldweg, da diese "Straße" eben nicht oft benutzt wird. Ein ungewohnter Weg. Nicht gut "ausgebaut". Wird deswegen nicht gerne in Anspruch genommen. Die Chipstüten-Autobahn ist einfach bequemer.
Um einem wortwörtlich festgefressenen Ernährungsprogramm zu entrinnen, ist es notwenig, neue Wege auszubauen, neue Programme zu implantieren. Dabei geht es nicht um das eine falsche Essprogramm vor dem Fernseher. Vielmehr ist es wichtig, dem Gehirn aufzuzeigen, dass es noch viele "Feldwege" gibt, die es zu erkunden gilt.
Fang einfach einmal an, völlig neue Handlungen in deinen Tag einzubauen. Eine Wochen lang. Jeden Tag eine neue "Wanderung" auf einem neuen Weg. Bitte sei dir bewusst: das wird sehr ungewohnt und damit anstrengend sein. Genau so, wie wenn du mit deinem Wagen statt auf der Autobahn auf einem steinigen Feldweg fahren würdest. Doch wenn du in dich hineinfühlst, dich einmal umschaust und du dir gut zuredest, dann wirst du nach deiner Tour erkennen, dass du eine neue Landschaft entdeckt hast. Und diese ist vielleicht viel schöner, als das Asphaltgrau deiner Autobahn mit grauen, halb abgestorbenen Bäumen und der versperrten Sicht auf die blumigen Wiese und der weiten Landschaft. Hier nun dein neuer Routenplan für die nächsten sieben Tage:
1. Tag: Lass heute den Fernseher einfach mal aus. Lese eine Zeitschrift, ein Buch, quatsche mit deinem Partner oder rufe eine Freundin, einen Freund an.
2. Tag: Lächle morgens einmal 60 Sekunden in dein Spiegelbild. Denke dabei offensiv: "Ich fühle mich richtig gut. Ich bin stolz auf mich. Ich bin ein toller Mensch. Heute wird ein guter Tag." Bewerte diese Sätze nicht. Keiner kann sie hören!
3. Tag: Sei heute mindestens einmal zu einem Mitmenschen besonders hilfsbereit. Wenn das sowieso in deiner Natur liegt, dann dreh mal den Spieß um: frage einen bestimmten Menschen, ob er dir bei einer Angelegenheit hilft. Z.B. die Kinder sollen beim Abwaschen/Einkaufen helfen, der Partner beim Aufräumen. Setze dich durch. Denn das stärkt ebenfalls einen neuen Feldweg: den des Selbstbewusstseins und der eigenen Wertigkeit.
4. Tag: Verzichte heute den ganzen Tag auf dein Lieblingsgetränk. Trinke stattdessen Wasser, Tee (kein Schwarztee) oder stark verdünnte Säfte, Mineralgetränke.
5. Tag: Steh eine halbe Stunde früher auf (egal, wie früh du normalerweise aufstehst) und gehen eine halbe Stunde mit zügigem Schritt spazieren.
6. Tag: Schreibe eine Din A4 Seite lang, was du in der nächsten Zeit von deinem Leben erwartest, was du anpacken bzw. unternehmen, vielleicht auch unterlassen willst.
7. Tag: Besuche oder rufe einen Menschen an, den du schon seit mehreren Jahren nicht mehr gesprochen hast. Wenn ein Streit oder Missverständnis zwischen der Person und dir steht, umso besser. Räume damit auf!
Sei dir bewusst: Es geht darum, neue Wege zu beschreiten. Das hat nicht direkt etwas mit dem Ernährungsverhalten zu tun. Doch wenn du lernst, auf Feldwegen anderer Bereiche zu fahren, wird es dir zukünftig möglich sein, ein festgefressenes Ernährungsprogramm auf neue Wege zu schicken. Probier es aus. Zieh erst nach einer Woche Resümee. Du wirst staunen!
Dein sportliches Gewissen
Patric Heizmann
P.S. Übrigens: Wenn du gleich von vorneweg diese Strategie ablehnst, dann sollte das Beweis genug sein, wie festgefahren deine Gewohnheiten schon sind. Denke mal darüber nach...
Mittwoch, 27. September 2006
Ernährungsgewohnheiten - knack dein Essprogramm
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6 Kommentare:
susi am 07.03.2007 - 22:53
Hallo Patric,
vor ein paar Tagen, habe ich mit meinem Schwager disktuiert, da er der Meinung ist, das man nicht abnimmt wenn man weitgehend auf Kohlenhdydrate verzichtet. Er ist der Meinung "Fett macht Fett" und "Fett verbrennt im Feuer der Kohlehydrate". Wie ist deine Meinung dazu? Würde ihm gern mal das Gegenteil beweisen, wenn es denn eins gibt.
Liebe Grüße
Susi am 07.03.2007 - 22:46
noch was ...
meine Ernährungsexpertin aus dem Fitnessstudio sagte mir Zucker ist schlimmer als Fett.. ich glaube schon das das stimmt. Aber mein Schwager war ebenfalls davon überzeugt, das dies totaler quatsch sei. Ich würde mich freuen, wenn du kurz dazu mal was sagen könntest.
Danke
Hallo Susi,
na, dass lässt sich einfach lösen: Bei der Zufuhr von Kohlenhydraten (insbesondere bei den so genannten "schnellen KH" wie z.B. Zucker) werden ordentliche Mengen von dem sehr anabolen Hormon Insulin ausgeschüttet. Dieses ist u.a. ein Speicherhormon, welches die Zellen für den Zucker öffnet. Aber eben auch für Fett. Demnach haben im Grunde beide Recht, wobei ich mich eher auf deine Seite schlage. Denn wenn Kohlenhydrate weg stark reduziert werden, wird bedeutend weniger von dem Masthormon ausgeschüttet und die Zellen bleien (auch für das Fett!) weitestgehend verschlossen. Fett hat zwar mehr Energie, macht aber auch länger satt. Und was den Spruch "Fett verbrennt im Feuer der Kohlenhydrate" angeht. Korrekt. Doch das wird überschätzt. Denn der Organismus verfügt IMMER über etwas Kohlenhydrate (aus Leber und Muskeln). Daher kann man ohne weiteres Kohlenhydrate deutlich einschränken! Fakt ist, dass es sehr viele Studien darüber gibt, welche Form der Ernährung besser zum Abnehmen führt. LOw Carb (wenige Kohlenhydrate), insbesondere in Verbinung mit Sport, haben klar die Nase vorn. Du hast gewonnen ;o)
Liebe Grüße,
Patric Heizmann
Sandra am 27.05.2007 - 17:16
Hallo Patric,
zuerst möchte ich sagen, dass ich Deinen Vortrag am Freitag ganz toll fand und es der erste Vortrag zu dem Thema war, der mich überzeugt hat. Nun möchte ich Deine Tipps Schritt für Schritt umsetzen, habe aber noch zwei Fragen dazu.
1. Ich arbeite im Krankenhaus und arbeite da im Früh-, Spät- & Nachtdienst. Das macht es mir manchmal etwas schwierig regelmässig und gesund zu essen. Im Gegenteil, ich neige dazu schnelle und ungesunde Sachen zu essen. Was kannst du mir da empfehlen.
2. Was hälst du von Mineraldrinks, wenn man sie regelmässig trinkt? Momentan trinke ich viel Limonade und würde gern das umstellen. Ich würde gern auf die Mineraldrinks umstellen und diese ziemlich verdünnt trinken. Würdest du mir was anderes empfehlen?
Ich danke dir, dass Du Dir Zeit nimmst, meine Fragen zu beantworten.
Viele Grüsse,
Sandra
Hallo Sandra,
danke für dein Kompliment. Zu deinen Fragen:
1. Es geht letztendlich darum, dass du dir täglich kohlenhydratfreie Zeiten schaffst. Auch mit dem Schuchtdient ist das wunderbar zu machen. Besonders mit den schnellen Rezepten aus dem Hörbuch. Hoffe, du hast einen mitgenommen? Schua hier auf die Rezepte mit den blauen Punkten. Diese haben nur wenige Kohlenhydrate. Bevorzuge diese. Und schon klappt das auch mit dem Schichtdienst.
2. Limonaden sind der perfekte Fettverbrennnugns-Blocker! Wenn du Wasser nicht magst, dann nimm Wasser mit Zitrone (selbst angemischt!) oder gut verdünnte Mineraldrinks. Pass auf, da hier auch Zucker drin sind. Demnach nicht übertreiben. Kleine Mengen sind völlig in Ordnung.
Viel Erfolg.
Patric Heizmann
Sandra am 28.05.2007 - 19:46
Hallo Patric,
danke für Deine schnelle Antwort und die guten Tipps.
Das Hörbuch habe ich gleich mitgenommen und auch schon reingehört.
Nun fange ich Schritt für Schritt an, die Tipps umzusetzen. Meine Freunde und Kolleginnen sind jetzt genauso gespannt, wie ich das umsetze.
Viele Grüsse,
Sandra
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