Stundelang im Bett herumwälzen. Die Uhr tickt dem Aufstehen entgegen. Die Gedanken kreisen nur noch um eines: "Warum schlafe ich nicht ein"? Millionen Menschen leiden unter Schlaflosigkeit. Neben körperlichen Beschwerden aufgrund mangelnder Regenerationsmöglichkeit macht bei Zeiten auch die Seele schlapp: denn über Tags aufgenommene Ereignisse können nicht verarbeitet werden. Doch sollen Schlafmittel die Lösung sein? Mitnichten! Denn diese haben einen erheblichen Nachteil: sie schwächen die so erholsame, wichtige Tiefschlafphasen erheblich. Doch es gibt einen hervorragenden, wirkungsvollen Trick, wie du schön tief und fest schlummern wirst. Nachfolgend soll dieses "Geheimrezept" in der Wirkung erklärt werden:
Das Schlafhormon Melantonin ist vielen Jetlag-Geplagten Menschen bekannt. Es reguliert die Wach- und Schlafphasen. Um Melantonin bilden zu können, ist ein weiteres, sehr wichtiges Hormon von Nöten: Serotonin. Auch bekannt als Glücklichmacher und Hormon der Ausgeglichenheit bzw. der inneren Ruhe. Doch Serotonin benötigt zum Bau ein bestimmtes, lebensnotwendiges Eiweißbausteinchen: Tryptophan. Dieses kommt vorzugsweise in eiweißreichen Lebensmitteln wie Thunfisch und Milchprodukten vor. Da bei vielen Menschen wertvolle Eiweißkost eher Mangelware ist, kommt oft zu wenig des Tryptophans dort an, wo es die beiden Hormone Serotonin und letztendlich Melantonin produzieren kann: nämlich im Gehirn.
Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass unser Gehirn eine sehr strenge Kontrolle eingerichtet hat, um nicht blindlings alle Eiweißbausteinchen hinein zu lassen. Denn viele Einzelne der über die täglich Nahrung aufgenommenen 20 Eiweißbausteinchen lösen vielfältige Reaktionen im Gehirn aus: Wie Schlüssel zu bestimmten Funktionen. Diese Kontrolle können Sie sich wie einen sehr gut bewachten Zoll vorstellen. Nennt sich "Blut-Gehirn-Schranke" (blood-brain-barrier). Durch diesen Zoll kommen die einzelnen Bausteinchen nur mit einem Eiweißtaxi (welches die Eiweißbausteinchen transportiert) von der Blutautobahn ins Gehirn.
Über die eiweißhaltige Nahrung kommen nun all diese 20 Eiweißbausteinchen nach der Verdauung zeitgleich im Blut an und rennen sofort zum Eiweißtaxi. Dumm ist nur: das Tryptophan-Eiweißbausteinchen ist meist in der Anzahl eher gering vorhanden. Daher schaffen es nur wenige Tryptophan-Männchen in das Eiweißtaxi und damit durch den Zoll ins Gehirn. Im Endeffekt kommt zu wenig an, um glücklich machendes Serotonin bzw. letztendlich das Gute-Nacht-Hormon Melantonin daraus zu basteln.
Nun kommt der Trick, wie erheblich mehr Tryptophan durch den Zoll kommt, was zu einer erhöhten Melantoninproduktion führt: Wenn du ca. 1 Stunde vor dem Schlafengehen eine kleine Portion Eiweiß (z.B. ein Glas Milch, Quark, Jogurt, Fisch, oder einen kleinen Protein Shake mit einer geringen Menge Kohlenhydrate wie z.B. eine Scheibe Brot, 1 Teelöffel Honig, ein Stück Obst (im Shake schmeckt tiefgefrorenes Obst hervorragend!) zu dir nimmst, dann geschieht folgendes:
Die Kohlenhydrate sorgen für einen Anstieg des Insulinspiegels. Insulin öffnet wie ein Schlüssel unter anderem die Muskelzellen. Nun strömen dort viele Eiweißbausteinchen des zeitgleich aufgenommenen Eiweißlieferanten hinein. Nur die Tryptophan-Eiweißbausteinchen halten sich vornehm zurück und schleichen sich fast unbemerkt zu den Taxis, welche nun aufgrund der geöffneten Muskelzellen von viel weniger anderen Eiweißbausteinchen belegt werden. Damit sind die Taxis voll mit feiernden Tryptophan-Eiweißbausteinchen, welche in viel größerer Anzahl durch den Zoll kommen, um uns dort mit Hilfe von Serotonin glücklich und dann mit Melantonin schläfrig machen.
Wenn du den Wunsch hast Abnehmen zu wollen, wirst du skeptisch reagieren, weil ich nun von Kohlenhydraten auf die Nacht spreche. Das würde ja zu einer verminderten Fettverbrennung führen (siehe hierzu den Fettverbrennungstrick. Bitte beachte, dass die Dosis an Kohlenhydraten gering sein sollte (eben nur eine Scheibe Brot, 1 Teelöffel Honig, eine Handvoll Obst). Das macht sich in der nächtlichen Fettverbrennung kaum bemerkbar! Aber du... du schläfst dafür tief und fest.
Und noch was: das Eiweiß hilft dir bestens bei der nächtlichen Regeneration, welche hier auf Hochtouren läuft! Das wiederum schützt deine Muskeln vor dem Abbau (Nachtkatabolie), welche permanent Fett verbrennen.
Schlaf gut. Träume was schönes!
Dein sportliches Gewissen
Patric Heizmann
Mittwoch, 25. Oktober 2006
Schlaflosigkeit - ein Eiweißbaustein schafft Abhilfe!
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