Immer wieder geistern Horrormeldungen durch die Presse. Süßstoffe seien appetitanregend, weil dem Gaumen/der Zunge ein süßer Geschmack vorgespielt wird, worauf die Bauchspeicheldrüse Insulin ausschüttet. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel und sorgt für Heißhungerattacken. Für diese Theorie gibt es bis dato keine bekannten wissenschaftliche Beweise. Eine Studie von J. E. Blundell aus dem Jahre 1988 wird hier zwar immer wieder zitiert, da hier diese Reaktion festgestellt wurde. Doch die Schlussfolgerung basiert auf Vermutungen und nicht auf Beweisen.
In weiteren Studien von Blundell konnten die genannten Effekte nicht bestätigt werden. Auch viele andere in durchgeführte Studien (z.B. Dr. B. Härtel, Dr. habil. H. J. Graubaum, Dr. B. Schneider) teilen diese ursprüngliche Annahmen nicht.
Wenn Erfahrungen mit einer Gewichtszunahme in Verbindung mit Süßstoffen gemacht wurden, dann steht vielmehr die so genannte "Alibi-Funktion" unter Verdacht. Nach dem Motto: "Jetzt habe ich durch Cola Light Zucker eingespart, nun kann ich doch noch den Schokoriegel verdrücken". (Wohl gemerkt: dieser Prozess findet kaum bewusst, sondern meist unterbewusst statt!). Damit ist sehr schnell der Vorteil der Zuckereinsparung wieder verspielt.
Fazit: Durch den Einsatz von Süßstoffen lässt sich erheblich Zucker einsparen. So ersetzt eine Süßstofftablette eine Zuckermenge von ca. 1 Teelöffel, ein Esslöffel voll Süßstoff kann eine Zuckermenge von 100g einsparen. Wenn du Süßes magst und die Gewichtsreduktion verfolgst, dann ist der Einsatz von Süßstoffe empfehlenswert. Süßstoffbezeichnungen mit ihren E-Nummern: Acesulfam (E 950), Aspartam (E 951), Cyclamat (E 952), Saccharin (E 954), Sucralose (E 955), Thaumatin (E 957), Neohesperidin (E 959).
Achtung: Verwechsle Süßstoffe nicht mit Zuckeraustauschstoffen bzw. Zuckeralkoholen. Denn diese verfügen im Gegensatz zu Süßstoffen über einen Brennwert. Dieser liegt bei der Hälfte des Zuckers. Zudem schmecken sie nur halb so süß, was bei unvernünftigem Verzehr auch zur übertriebenen Aufnahme führen könnte. Zuckeraustauschstoffe/-alkohole sind: Fructose, Mannit (E 421), Sorbit (E 420), Isomalt (E 953), Maltit (E 965), Maltitol-Sirup (E 965), Lactit (E 966), Xylit (E 967).
Letztendlich liegt es an dir selbst, ob du dich für oder gegen den Verzehr bzw. Genuss von Süßstoffen entscheidest. Daher mein Tipp: wenn du abnehmen willst und dabei nicht auf Süßes verzichten kannst, dann ist für dich der Griff zu Süßstoffen wahrscheinlich einfacher, als den Zucker komplett weg zu lassen. Generell rate ich aber zu einer Senibilisierung der Geschmacksnerven. Und das ist wie ein Training zu behandeln: schaffe dir zuckerfreie Tage an. Oder reduziere den Zucker im Kaffee Stück für Stück. Und schon bald wirst du ein süßes, schlankes Leben genießen.
Dein sportliches Gewissen
Patric Heizmann
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Mittwoch, 30. August 2006
Sind Süßstoffe appetitanregend, machen Süßstoffe dick?
Dienstag, 15. August 2006
Die Eiweißqualität - das Aminosäuren-ABC
Ein schlagkräftiges Immunsystem, ein gut funktionierendes Hormon- und Enzymsystem, ein strammes Gewebe und feste, leistungsfähige Muskeln. Alle schreien nach dem wertvollen Eiweiß, welches wir mit unserer Nahrung täglich aufnehmen sollten. Es ist wahrlich erstaunlich, wie vielfältig die Aufgabenbereiche des Eiweißes sind. Um diese unterschiedlichsten Aufgaben erfüllen zu können, muss die Natur auf eine Art "Baukastenprinzip" zurückgreifen können. Und genau diesen liefert unser Nahrungseiweiß!
Das Nahrungseiweiß besteht eigentlich aus einem komplexen Konstrukt von so genannten Aminosäuren (siehe hierzu auch den Artikel über Aminosäuren), den Einzelbausteinen des Eiweißes. Nur diese schaffen nach der Verdauung den Weg durch die Darmwand in das Blut. Neun Aminosäuren sind essentiell, d.h. lebensnotwenig. Aus diesen neun kann der Körper elf weitere Aminosäuren aufbauen, wenn diese nur unvollständig mit der Nahrung zugeführt würden. So stehen insgesamt 20 Aminosäuren-Buchstaben für sämtliche Körperzellen, Boten- und Verdauungsstoffe zur Verfügung - eine unglaubliche Kombinationsmöglichkeit ergibt sich aus diesem ABC.
Nehmen wir einmal an, einer dieser essentiellen Aminosäuren (z.B. Methionin) wäre der Buchstabe "e". Wenn nun diese "e" in geringer Menge zur Verfügung steht, kann das bei der Satzbildung bis hierher reichen, doch plötzlich f hl t für d n vollständig n Satz di s r wichtig Buchstab . Du erkennst: lesen lässt sich dieser Satz schon. Genauso, wie es sich mit einer niedrigen bzw. minderwertigen Eiweißzufuhr auch ganz ok leben lässt. Denn: wenn das wichtige "e" für die wichtige "Satzbildung" bzw. den Stoffwechselbefehl fehlt, wird er sich am Eiweißbuffet bedienen... an deinem Muskel! Und du verlierst mit der Zeit Elan, Leistungsfähigkeit, deine Gesundheit und die knackige Figur! Das plätschert auch eine Weile so dahin, bis irgendwann der Buchstabe "e" am Buffet weggefuttert ist. Dann können sich schwerwiegende Erkrankungen und der rasante optische Zerfall bemerkbar machen.
Über ein vollständiges Aminosäurenprofil verfügen hauptsächlich tierische Eiweißlieferanten. So sind einige Planzeneiweißquellen ebenfalls wichtige Eiweißlieferanten, doch besitzt z.B. Getreide schon weniger des Bausteinchens Lysin. Mais, Reis und auch Cornflakes verfügen über wenig Tryptophan und Threonin und Hülsenfrüchte über wenig Tryptophan bzw. Methionin, unser Buchstabe "e" des obigen Beispiels.
Achte deshalb neben pflanzlichen Eiweißlieferanten auch auf wertvolle "Buchstaben"-Quellen wie Fisch, Fleisch, Eier und Milchprodukte (z.B. auch ein Protein Shake). Wenn du unterwegs bist, dienen auch kleine, leicht zu transportierende Amino-Tablettchen als sehr hochwertige Lieferanten. Oder auch ein Eiweißriegel mit einem Eiweißgehalt von mindestens 10g pro Portion. Damit dein Körper täglich vollständige Stoffwechsel-Befehlssätze bilden können.
Dein sportliches Gewissen
Patric Heizmann
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Dienstag, 1. August 2006
Beinkrafttraining - das bestes Präventionstraining!
Quizfrage: Welches ist die beste Präventionsmaßnahme?
1. Rückentraining
2. Ausdauertraining, oder
3. Krafttraining für die Beine
Wenn diese Frage zehn Mitmenschen gestellt wird, werden wahrscheinlich allesamt zunächst auf das Ausdauer-, dann auf das Rückentraining tippen. Klar: ist gelernt. Doch richtig ist das nicht!
Sehen wir uns den menschlichen Körper bzw. dessen Versorgungsnetzwerk, die Blutbahnen, etwas genauer an. 100.000 Km(!) Blutgefäße inklusive feinster Kapillare (das sind die feinsten Blutgefäße) schlängeln sich durch dein Organismus. Damit wird jeder Winkel erreicht und mit Sauerstoff bzw. Nährstoffen versorgt. Zudem werden Endprodukte, nennen wir es "Abfall", wieder abtransportiert, um die Region „sauber zu halten“. Der Motor dieses Kreislaufs ist unser Herz. Mit einer unvorstellbaren Arbeitsleistung hält es deinen gesamten Stoffaustausch am Leben. Daher auch der feste Glaube, dass ein Ausdauertraining (welches bei der vorhin genannten Frage ganz klar auf Platz 1 landen würde) der beste Präventionsschutz sei. Gewiss: er treibt in dem Moment der Belastung das Herz an. Und sicher weißt du bereits, dass nur ein regelmäßiger Gebrauch vor einem Abbau der Muskeln, so auch des Herzmuskels, schützt. Gemäß dem Urzeitgesetz: "Use it, or loose it!" (Gebrauche, oder verliere es).
Nun hören wird mal in unser Herz hinein: durch die Schwerkraft fließt das Blut immer Richtung Beine. Hier muss es kraftvoll wieder nach oben gepumpt werden. Diese Arbeit benötigt einen gesunden, kräftigen Herzmuskel. So ergibt sich eine einfache Regel: je kräftiger die Beinmuskeln (und damit ist auch das Muskelvolumen gemeint), desto mehr wird das Herz permanent trainiert! 24 Stunden täglich (natürlich auch mit Phasen der Entspannung, wenn du liegst). Bei einem reinen Ausdauertraining wie z.B. Radfahren, Laufen, Walking und Schwimmen werden die Beine selbstverständlich ebenfalls trainiert. Doch wird der Muskel mit diesen Sportarten wirklich gut aufgebaut? Schau dir einmal einen Marathonläufer als extremes Beispiel an: dessen Organismus kann sich keine größere Muskeln leisten, weil er dieses Gewicht ständig bei den langen Läufen mit sich herumschleppen müsste! Macht er nicht. Da ist er zu faul... oder besser: zu "ökonomisch" für. So wird bei einem solchen Training der Herzmuskel nur während der aktiven Trainingszeit bzw. noch eine Weile danach gefordert. Danach bleiben zwar eine bessere Kapillarisierung (Blutgefäßversorgung) und mehr Mitochondrien, doch der Muskelaufbau lässt zu wünschen übrig. Und damit auch die permanente Anforderung an dein Herz, weil nur bei einem höherem Muskelvolumen mehr Blut in den Beinen "versackt", welches dann wieder kräftig nach oben gepumpt werden muss! Genau das hält den Herzmuskel gesund und kräftig!
Das bedeutet: Wenn die Muskeln mit dem Älter werden bzw. dem sinkenden Muskelanteil immer mehr abbauen, baut auch der Herzmuskel ab. Geschieht dies, wird weniger Blut in die feinsten Blutgefäße, die Kapillaren gepresst. Dadurch findet weniger Stoffaustausch statt, was wiederum eine Reihe von anderen Beschwerden nach sich ziehen wird (z.B. nimmt die Leistung aller anderen Organe ab). Der Verfall geht seinen Weg.
Keinesfalls sollte auf ein Ausdauertraining verzichtet werden. Doch bedenke immer, dass du hier nur für die Zeit der Aktivität wirklich etwas für deinen Lebensmuskel tun. Mit einem Krafttraining für die Beine in Form von z.B. Beinpressen und Kniebeugen, 2x wöchentlich ein paar anstrengende Sätze (Trainer fragen!) schaffst du praktisch ein immerwährendes, sehr sanftes Krafttraining. Perfekt für ein gesundes, kräftiges Herz!
Ach ja... was das Rückentraining zur Prävention betrifft: Starke Beine entlasten den Rücken erheblich. Denn bei schwachen Beinen übernimmt der Rücken den großen Teil bei Hebeleistungen, welche den Bandscheiben gefährlich werden können! Krafttraining für die Beine: eine für alles...alles mit einer!
Stärke deine Beine.
Dein sportliches Gewissen
Patric Heizmann
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