Dienstag, 6. Februar 2007

Koffein - Flüssigkeitsräuber oder Fatburner?

Koffeinhaltige Getränke sind wahrscheinlich besser als ihr Ruf. Oft werden sie von Experten als nicht geeignete Sportgetränke bezeichnet, da sie den Körper veranlassen sollen, vermehrt Wasser auszuscheiden. Neuere Erkenntnisse aus der Wissenschaft widerlegen diese Auffassung, welche nu erst ab einer Menge von ca. 3 bis 4 Tassen Kaffee am Tag entsprechen soll.

Eine im renommierten Journal of the American College of Nutrition veröffentliche Studie untersuchte den Einfluss koffeinhaltiger, koffeinfreier, kalorienhaltiger und energiefreier Getränke auf den Flüssigkeitshaushalt. Als Messgröße diente der 24-Stunden-Urin. Der Konsum koffeinhaltiger Getränke bewirkte im Vergleich zu Wasser keinen bedeutsamen Anstieg des Urinvolumens. Die Forscher kamen zum Ergebnis, dass es keine signifikanten Unterschiede in der Wirkung der verschiedenen Getränke auf den Flüssigkeitshaushalt gibt und Koffein damit keinen negativen Einfluss auf die Flüssigkeitsbilanz ausübt.

Koffeinhaltige Getränke sind nach Ansicht der Autoren ebenso wie koffeinfreie Getränke der Flüssigkeitsbilanz anzurechnen. Zu diesem Ergebnis kamen auch die Autoren einer Übersichtsarbeit, die im Jahr 2003 im Journal of Human Nutrition and Dietetics veröffentlicht wurde. Die systematische Auswertung von Studien aus den Jahren 1969 bis 2002, die den Einfluss von Kaffee und koffeinhaltigen Getränken auf den Wasserhaushalt des Körpers untersuchten, ergab, dass die üblicherweise getrunkene Menge an Kaffee, Tee und anderen koffeinhaltigen Getränken keine erwähnenswerte harntreibende Wirkung aufweist. Lediglich die Dosis von 250 bis 300 Milligramm (ca. 3-4 Tassen Kaffee) Koffein bewirkt bei Personen, die zuvor über einen Zeitraum von mehreren Tagen oder Wochen kein Koffein zugeführt haben, eine kurzfristig gesteigerte Urinproduktion. Bei Personen, die an Koffein gewöhnt sind, zeigt sich eine gesteigerte Flüssigkeitsausscheidung erst bei einer Dosis von mehr als 300 Milligramm Koffein. Das entspricht etwa fünf Tassen Kaffee.

Koffeinhaltige Getränke im Sport

Sportler müssen sich keinerlei Sorgen in Bezug auf ihren Flüssigkeitshaushalt machen, wenn sie in normalem Umfang Kaffee trinken (bis zu 4 Tassen täglich) und sich ausgewogen ernähren. Zu diesem Ergebnis kommt Professor Lawrence E. Armstrong von der Universität Connecticut nach Auswertung der wissenschaftlichen Literatur in Bezug auf Freizeit- und Leistungssportler.

Koffeinhaltige Drinks können die Fettverbrennung unterstützen

Koffein startet in den Muskeln den Fettverbrennungs-Modus (Beta-Oxidation), wo sonst Kohlenhydrate als primäre Energiequelle genutzt werden. Wer länger radeln möchte oder mehr Fett verbrennen will um abzunehmen, ist gut beraten, vor dem Training Koffein zuzuführen. Das können z.B. ein bis zwei Tassen Espresso, ein bis zwei Guarana-Trinkampullen oder Guarana-Getränke sein. Gurarana enthält eine hohe Menge verträgliches Koffein.

Guarana

Guarana kommt in den Samenkörnern eines südamerikanischen Strauches hauptsächlich in Brasilien vor. Traditionell wird Guarana von Einheimischen des amazonischen Regenwaldes beim Essen und bei Getränken als Mittel zur erhöhten Wachsamkeit und zur Ermüdungsprävention eingesetzt. Es ist demnach kein Wunder, dass es in der Nahrungsergänzung als wirksamer Energie-Booster eingesetzt wird. Guarana enthält doppelt so viel Koffein wie Kaffeebohnen.

Vorteil: Guarana wird vom Körper zeitverzögert aufgenommen ("Retard-Wirkung"). Dadurch ist es für viele Menschen besser verträglich als Kaffee. Die Wirkung des Guarana, die mit dem Effekt reinen Koffeins vergleichbar ist, hält länger an.

Kleiner Wermutstropfen: Koffein ohne Training führt leider nicht zu gesteigerter Fettverbrennung. Nur in der Kombination liegt der Erfolg.

Mögliche Nebenwirkungen: Zuviel konsumiertes Guarana kann vergleichbar mit zu hohem Genuss reinen Koffeins zu Nervosität, Spannung und Kopfschmerzen führen.

Dein sportliches Gewissen
Patric Heizmann

Artikelquelle: GfE

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